Wissen 02

Vom Fundament bis zum First

Hallenform, Feldabstand, Fundament, Boden, Fassade, Dach und Licht: Was es gibt, was wir empfehlen und was günstiger oder teurer ist – ohne Verkaufsdruck erklärt.

Eine Stahlhalle besteht aus überschaubar vielen Bauteilen. Jedes davon gibt es in zwei oder drei Ausführungen, und fast immer ist die Frage: Was ist für Ihre Nutzung sinnvoll, nicht was ist am teuersten. Wir gehen die Halle von unten nach oben durch. Als Manufaktur legen wir jedes Maß für jede Halle neu fest – es gibt bei uns keine Typenhalle. Wo wir selbst nicht liefern – bei Erd- und Betonarbeiten, Boden und Entwässerung – nennen wir grobe, unverbindliche Richtwerte, damit Sie das Gesamtbudget einschätzen können. Bei unseren eigenen Bauteilen sagen wir, was günstiger und was teurer ist.

01 · Vom Fundament bis zum First

Hallenform: Satteldach oder Pultdach

Zwei Grundformen decken fast alles ab. Bogenhallen und Flachdächer bauen wir nicht – Bogenhallen haben schlecht nutzbare Randbereiche und ein ungünstiges Schneelastverhalten, Flachdächer sind im Hallenbau wartungsintensiv.

SatteldachDer Regelfall. Symmetrisch, guter Schneeabgang auf beiden Seiten, fügt sich ins Ortsbild. Neigung meist 10–20°.
PultdachEine Ablaufseite, die niedrige Seite kann an der Grenze oder an einem Bestandsgebäude stehen. Neigung meist 5–10°. Typisch für Anbauten und Schüttguthallen.
Pultdachhalle als Hackschnitzellager in Verl: 10 m hoch an der Beschüttungsseite, 8,6 m an der Traufe.
Pultdachhalle als Hackschnitzellager in Verl: 10 m hoch an der Beschüttungsseite, 8,6 m an der Traufe.

Wann welche Form? Das Satteldach ist bei freistehenden Hallen fast immer die wirtschaftlichere Wahl, weil beide Traufen gleich hoch sind und die Statik symmetrisch ist. Das Pultdach spielt seine Stärke aus, wenn die Halle an ein bestehendes Gebäude angebaut wird, wenn der Grenzabstand an einer Seite knapp ist oder wenn von einer hohen Seite beschüttet werden soll. Bei sehr breiten Pultdächern wird die hohe Wand schnell sehr hoch – dann ist das Satteldach wieder im Vorteil.

Firsthöhe und Abstandsfläche: Für die Abstandsfläche zum Nachbarn zählt die Wandhöhe plus ein Drittel der Dachhöhe. Eine steilere Neigung kostet also nicht nur Blech, sondern auch Abstand. Mehr im Kapitel Baugenehmigung.

02 · Vom Fundament bis zum First

Kragarm und Schleppdach

Beides verlängert das Dach über die Wand hinaus – für überdachte Abstellplätze, den Fahrsiloanschluss oder einen wettergeschützten Eingang. Der Unterschied liegt in der Abstützung – und es kommt darauf an, an welcher Seite der Halle der Anbau sitzt.

KragarmDas Dach kragt ohne Stützen aus. Freie Durchfahrt, keine zusätzlichen Fundamente, aber die tragenden Bauteile werden schwerer.
SchleppdachEin niedrigeres Anbaudach mit eigenen Stützen. Beliebig breit, günstiger je Quadratmeter, aber Stützen und Fundamente im Weg.

Kragarm

  • Freie Durchfahrt ohne Stützen
  • Keine zusätzlichen Fundamente
  • Optisch schlank
  • Mit jedem Meter Auskragung deutlich mehr Stahl
  • Auskragung statisch begrenzt

Schleppdach

  • Große Breiten wirtschaftlich
  • Traufhöhe und Dachneigung frei wählbar
  • Auch nachträglich anbaubar
  • Eigene Stützen und Fundamente nötig
  • Stützen stehen im Rangierbereich
Rohbau einer 42 × 20 m Mehrzweckhalle in Langenfeld mit einseitigem Kragarm an der Traufseite.
Rohbau einer 42 × 20 m Mehrzweckhalle in Langenfeld mit einseitigem Kragarm an der Traufseite.

Traufe oder Giebel – das macht den Unterschied. An der Traufseite (Längsseite) kragen die Rahmenbinder selbst aus; hier sind Auskragungen bis etwa 5 m gut machbar. An der Giebelseite trägt kein Binder, sondern nur die Pfetten kragen über den letzten Rahmen hinaus – deshalb ist dort deutlich weniger Auskragung möglich, und ein größeres Vordach am Giebel wird praktisch immer als Schleppdach mit eigenen Stützen ausgeführt.

Faustregel: Bis 5 m Auskragung an der Traufe ist der Kragarm in Ordnung, darüber ist das Schleppdach die bessere Lösung. Kragarme lassen sich später kaum nachrüsten, weil die Binder darauf ausgelegt sein müssen – deshalb im Anfrageformular gleich mit angeben.

03 · Vom Fundament bis zum First

Feldabstand: Freiheit gegen Schneelast

Der Feldabstand ist der Abstand zwischen zwei Rahmenbindern, also den tragenden Stahlrahmen, die die Halle in Querrichtung aussteifen. Er ist eine der wichtigsten Stellschrauben bei Planung und Preis.

Längsansicht der Halle: Der Feldabstand ist das Maß von Rahmenbinder zu Rahmenbinder. Häufig 5 bis 6 m, möglich sind bis 10 m.

Großer Feldabstand (7–10 m)

  • Breite Durchfahrten an der Längsseite ohne Stütze
  • Weniger Binder, weniger Fundamente
  • Große Tore an der Längsseite möglich
  • Pfetten und Wandriegel müssen weiter spannen: schwerere Profile, mehr Stahl je Quadratmeter
  • Bei hoher Schneelast überproportional teurer
  • Meist Stahl-Z-Pfetten statt Holz nötig

Kleiner Feldabstand (5–6 m)

  • Wirtschaftlichster Stahlbedarf je Quadratmeter
  • Holzpfetten und Holzriegel möglich
  • Gutmütig bei hoher Schneelast
  • Mehr Stützen an der Längsseite
  • Durchfahrten an der Längsseite auf Feldbreite begrenzt

Wie wir den Feldabstand festlegen: Nicht nach Katalog, sondern nach Ihrer Nutzung und Ihrem Standort. Sollen Maschinen an der Längsseite ein- und ausfahren, planen wir das Torraster und daraus den Feldabstand. Bis 10 m sind statisch machbar – wir bauen aktuell eine Halle mit 8,3 m Feldabstand auf 400 m über dem Meer, also in einer Lage mit hoher Schneelast. Das geht, kostet aber spürbar mehr Stahl in Pfetten und Bindern. Am Niederrhein und in anderen Lagen mit geringer Schneelast sind große Feldabstände deutlich günstiger zu haben als im Mittelgebirge.

Schneelast ist eine Standortfrage. Deutschland ist in Schneelastzonen eingeteilt, dazu kommt die Geländehöhe. Wir ermitteln die Last für Ihre Postleitzahl und rechnen die Halle darauf – nicht auf einen Durchschnitt. Deshalb fragen wir im Formular nach dem Standort.

04 · Vom Fundament bis zum First

Fundament: Punkt, Streifen oder Bodenplatte

Erd- und Betonarbeiten führen wir nicht selbst aus, wir planen sie aber mit und liefern den Ankerplan. Damit Sie das Gesamtbudget einschätzen können, nennen wir hier grobe Richtwerte.

PunktfundamentEin Betonblock unter jeder Stütze. Wirtschaftlichste Lösung bei tragfähigem Baugrund und bei den meisten unserer Hallen die richtige Wahl.
StreifenfundamentDurchlaufender Betonstreifen unter einer Stützenreihe oder Wand. Für schlechten Baugrund oder wenn Wandlasten verteilt werden müssen.
BodenplatteBewehrte Platte über die ganze Fläche, mit Verstärkungen unter den Stützen. Wenn ohnehin ein Betonboden gebraucht wird.
Punktfundament mit SockelbalkenUnser Regelfall: Punktfundamente unter den Stützen, dazwischen ein Betonbalken, der Sockel und Wand trägt.
FundamentartWann sinnvollRichtwert (Beton, Bewehrung, Aushub)
PunktfundamenteTragfähiger Baugrund, Halle ohne Betonbodenca. 600–1.200 € je Stütze
Sockelbalken zwischen den PunktenImmer, wenn eine Wand oder ein Sockel zwischen den Stützen stehtca. 120–220 € je laufendem Meter
StreifenfundamentSchlechter Baugrund, hohe Wandlasten, Schüttgutwändeca. 150–280 € je laufendem Meter
Bodenplatte 20 cm, bewehrtWerkstatt, Stapler, Stall, Getreidelagerca. 90–150 € je Quadratmeter inkl. Unterbau

Unverbindliche Richtwerte, keine Angebote, ohne Gewähr. Die Preise sind grobe Erfahrungswerte für 2026 ohne Baugrundgutachten, Anfahrt und regionale Unterschiede. Sie können je nach Betonpreis, Bodenklasse und Bauunternehmen deutlich abweichen. Holen Sie ein Angebot vom Bauunternehmen ein – wir vermitteln auf Wunsch Betriebe, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiten.

Bodenplatte mit umlaufendem Streifenfundament, fertig für die Montage – der Betonbauer arbeitet nach unserem Beton- und Ankerplan.
Bodenplatte mit umlaufendem Streifenfundament, fertig für die Montage – der Betonbauer arbeitet nach unserem Beton- und Ankerplan.
Bewehrtes Streifenfundament vor dem Betonieren an einer 36 × 20 m Maschinenhalle in der Eifel.
Bewehrtes Streifenfundament vor dem Betonieren an einer 36 × 20 m Maschinenhalle in der Eifel.

Worauf es beim Fundament ankommt:

  • Frosttiefe: Die Gründungssohle liegt in der Regel mindestens 80 cm unter Gelände, regional auch tiefer.
  • Baugrund: Bei unklaren Verhältnissen lohnt ein Bodengutachten (ca. 800–2.500 €). Es spart im Zweifel eine Prüfpflicht bei der Statik und verhindert Überraschungen.
  • Ankerplan und Einmessen: Wir liefern den Ankerplan mit exakten Koordinaten. Nach dem Betonieren werden die tatsächlichen Ankerpositionen eingemessen, bevor wir die Fertigung freigeben. So passen die Fußplatten – und niemand muss auf der Baustelle nachbohren.
  • Gelenkige Lagerung: Unsere Rahmen sind biegesteif, die Fußpunkte gelenkig. Das hält die Fundamente klein. Eingespannte Stützen mit großen Fundamenten braucht es nur bei Kranbahnen oder besonderen Horizontallasten.

05 · Vom Fundament bis zum First

Boden: Schotter, Pflaster oder Beton

Nicht jede Halle braucht eine Bodenplatte. Die Frage ist, was in der Halle passiert.

BodenaufbauReicht fürNicht geeignet fürRichtwert je m²
Verdichteter SchotterBergehalle, Strohlager, Maschinen ohne Wartung, UnterständeWäsche, Öl, Stapler, Tierhaltungca. 15–30 €
Pflaster mit TragschichtMaschinenhalle, Fahrzeughalle, Hofflächen, TeleskopladerWaschplatz, Werkstatt mit Ölca. 60–110 €
Bewehrte BodenplatteWerkstatt, Stapler, Stall, Getreide, alles mit Wasser oder Ölca. 90–150 €

Wann reicht Schotter? Wenn nichts tropft, nichts gewaschen wird und keine Punktlasten von Staplern auftreten. Für die reine Bergehalle ist Schotter völlig ausreichend und lässt Feuchtigkeit nach unten weg. Pflaster ist der Kompromiss für Maschinenhallen: sauber, befahrbar, später anpassbar, und als sickerfähiges Pflaster auch für die Entwässerung interessant. Beton wird Pflicht, sobald Öl oder Waschwasser ins Spiel kommen (Wasserrecht, Abscheider) oder Stapler und Regale Punktlasten bringen.

Der Boden kann auch später kommen. Viele Bauherren setzen die Halle zunächst auf Punktfundamente mit Schotter und betonieren den Werkstattbereich, wenn das Budget es zulässt. Wir planen die Fußplattenhöhe dann so, dass die spätere Bodenplatte passt.

06 · Vom Fundament bis zum First

Sockel: Betonfertigteile oder Ortbeton

Der Sockel schützt Wand und Stahlkonstruktion vor Spritzwasser, Anprall und Tieren. Er ist 0,5 bis 1,5 m hoch, bei Schüttgut so hoch wie die Schüttung. Mauerwerk führen wir nicht aus – wir setzen auf Beton.

Betonfertigteile

  • Schnell gesetzt, meist an einem Tag
  • Ungedämmt oder mit Kerndämmung lieferbar
  • Saubere Oberfläche, maßhaltig
  • Kran nötig, weniger flexibel bei Sonderformen
  • Fugen zwischen den Elementen

Ortbeton

  • Jede Form und Höhe möglich, auch bei Geländesprüngen
  • Fugenarm, sehr robust
  • Vom örtlichen Bauunternehmen herstellbar
  • Längere Bauzeit durch Schalung und Aushärtung
  • Oberfläche je nach Ausführung rauer

Sockel und Fundamente gehören zu den Betonarbeiten und damit nicht zu unserem Lieferumfang. Wir liefern die Beton- und Ankerpläne, das Bauunternehmen Ihrer Wahl führt aus.

07 · Vom Fundament bis zum First

Fassade: Trapezblech, Sandwich oder Holz

Die Wand hat drei Aufgaben: Wind abhalten, Wetter abhalten und – wenn gewünscht – dämmen. Danach richtet sich die Wahl.

Trapezblech 35/207Unser meistgewähltes Wandprofil: 35 mm hoch, 0,75 mm dick, verzinkt und farbbeschichtet. Nicht brennbar, robust, günstig, in vielen RAL-Farben.
SandwichpaneelZwei Blechschalen mit Dämmkern (PIR oder Mineralwolle), 40–100 mm. Dämmung und Wand in einem Bauteil, glatte Innenfläche.
Holz-Boden-Deckel-SchalungSenkrechte Bretter, versetzt überlappend. Für Ortsbild und Denkmalschutz. Bauen wir auf Wunsch, empfehlen wir aber nur, wenn Ortsbild oder Auflagen es verlangen.
Trapezblech 35/207Sandwichpaneel PIRSandwichpaneel MineralwolleHolz-Boden-Deckel
Kostengünstigmittel bis hochhochmittel, plus Pflege
Dämmungkeine (zweischalig nachrüstbar)sehr gutgutkeine
BrandverhaltenA1, nicht brennbarKern brennbar (B–C)A2, nicht brennbarnormal entflammbar
Montageschnellschnellschnell, schwererlangsamer
Optiktechnisch, viele Farbenmodern, glattmodern, glattländlich, traditionell
PflegekeinekeinekeineAnstrich alle 8–15 Jahre
Typisch fürMaschinen-, Berge-, FahrzeughalleWerkstatt, beheizte HalleHalle mit BrandschutzauflagenAnbau an Bestand, Denkmalschutz
Gedämmte Gerätehalle in Monschau: Sandwichelemente auf Dach und Wand, damit die Werkstatt im Eifelwinter frostfrei bleibt.
Gedämmte Gerätehalle in Monschau: Sandwichelemente auf Dach und Wand, damit die Werkstatt im Eifelwinter frostfrei bleibt.
Holz-Boden-Deckel-Schalung an einer Maschinenhalle in Niedersachsen – gebaut, weil sich die Halle ins Ortsbild einfügen sollte.
Holz-Boden-Deckel-Schalung an einer Maschinenhalle in Niedersachsen – gebaut, weil sich die Halle ins Ortsbild einfügen sollte.

Wann Dämmung sinnvoll ist: Wenn die Halle beheizt wird, wenn Menschen dauerhaft darin arbeiten, wenn Lagergut frostfrei bleiben muss oder wenn Kondensat an der Wand ein Problem wäre (Kühlräume, beheizte Werkstatt). Für Maschinen, Stroh und Fahrzeuge ist Dämmung meist rausgeworfenes Geld. Bei beheizten Hallen liegen wir in der Regel bei 80 bis 100 mm Paneelstärke, für frostfreie Lagerung reichen oft 40 bis 60 mm.

PIR oder Mineralwolle? PIR dämmt bei gleicher Dicke besser und ist günstiger, der Kern ist aber brennbar. Bei Brandschutzauflagen, hoher Brandlast oder wenig Abstand zum Nachbarn ist der Mineralwollkern die sichere Wahl. Wir klären das mit dem Brandschutzkonzept, nicht nach Bauchgefühl.

08 · Vom Fundament bis zum First

Unterkonstruktion der Wand: Holzriegel, KVH oder Stahl

Das Wandblech wird auf waagerechten Riegeln befestigt, die zwischen den Stützen spannen. Drei Materialien kommen infrage.

Bauholz (Vollholz, sägerau)Günstig, gutmütig, Schrauben halten hervorragend. Die bewährte Wahl für Trapezblech bei Feldabständen bis etwa 6 m. Nimmt Feuchte auf und kann sich verziehen – im Stall und bei Sandwich nicht unsere erste Wahl.
Konstruktionsvollholz (KVH)Technisch getrocknet, gehobelt, maßhaltig. Kaum Verzug, saubere Ebene für Sandwichpaneele, gute Optik innen. Etwas teurer als Bauholz. Sinnvoll bei gedämmten Wänden und sichtbarer Innenseite.
Stahl-C-Profile (verzinkt)Nicht brennbar, keine Feuchteaufnahme, große Feldabstände ohne Zwischenstützen. Erste Wahl bei Sandwichfassaden, im Stall und bei Feldabständen über 6 m. Teurer als Holz, dafür wartungsfrei und dauerhaft gerade.

Unsere Empfehlung: Trapezblech auf Bauholz für die klassische ungedämmte Halle. KVH oder Stahl-C-Profile, sobald gedämmt wird, Tiere im Spiel sind oder der Feldabstand groß wird. Bei Sandwichpaneelen achten wir auf die thermische Trennung, damit der Stahlriegel keine Kältebrücke wird.

09 · Vom Fundament bis zum First

Dach: Trapezblech, Faserzement oder Sandwich

Das Dach ist das höchstbelastete Bauteil: Schnee, Wind, Sonne und Kondensat. Dachprofile sind höher und stärker als Wandprofile, weil sie größere Pfettenabstände überspannen und Wasser sicher ableiten müssen.

Trapezblech 50/250Unser meistgebautes Dach: 50 mm Profilhöhe, 0,75 mm Blech, Pfettenabstand je nach Schneelast 1,5–2,5 m. Bei größeren Pfettenabständen höhere Profile.
Faserzement-WelleAsbestfreie Wellplatten. Diffusionsoffen, tropft nicht, leise bei Regen, kühler im Sommer. Im Stallbau seit Jahrzehnten bewährt. Spröde, nicht begehbar, engerer Pfettenabstand.
Sandwichpaneel Dach60–120 mm Dämmkern mit Dachprofil außen. Dämmung und Dach in einem, keine Kondensatprobleme. Für Werkstatt und beheizte Hallen.
Trapezblech 50/250Faserzement-WelleSandwichpaneel
Kostengünstigmittelhoch
Dämmungkeinekeineintegriert
KondensatAntikondensvlies nötigunkritischunkritisch
BrandverhaltenA1A1je nach Kern
Gewichtleichtschwermittel
Begehbarkeitmit Vorsichtneinja
Mindestneigungab ca. 5°, besser 7°ab ca. 15°ab ca. 5°
LichtelementeLichtplatten im ProfilWellenlichtplattenLichtkuppeln
Typisch fürMaschinen-, Berge-, LagerhalleRinder- und PferdestallWerkstatt, Gewerbe
Faserzement-Wellplatten auf einer Unterstellhalle in Delbrück – leise bei Regen, kühl im Sommer, tropft nicht.
Faserzement-Wellplatten auf einer Unterstellhalle in Delbrück – leise bei Regen, kühl im Sommer, tropft nicht.

Trapezblech ist für neun von zehn Hallen die richtige Wahl. Es ist günstig, leicht, nicht brennbar und lässt sich mit Lichtplatten im gleichen Profil kombinieren. Faserzement empfehlen wir im Stall, wo Klima und Tropfwasser zählen. Sandwich, wenn gedämmt werden muss – und dann durchgängig Dach und Wand.

10 · Vom Fundament bis zum First

Unterkonstruktion des Dachs: Stahl-Z-Pfetten, Bauholz oder KVH

Die Pfetten laufen in Längsrichtung über die Binder und tragen das Dachblech. Was sich eignet, hängt vom Feldabstand und der Schneelast ab.

Stahl-Z-Pfetten (verzinkt)Leicht, nicht brennbar, überlappend als Durchlaufträger montierbar. Erste Wahl bei Feldabständen über 6 m, bei hoher Schneelast und bei Sandwichdächern – also bei den meisten großen Hallen.
BauholzGünstig, einfache Befestigung des Blechs, gut für Feldabstände bis etwa 6 m bei normaler Schneelast. Nimmt Feuchte auf – im Stall mit Bedacht einsetzen.
Konstruktionsvollholz (KVH)Wie Bauholz, aber getrocknet und maßhaltig. Ebene Dachfläche, weniger Verzug, ansehnlich von innen. Etwas teurer, bei sichtbaren Dachflächen und gedämmten Dächern sinnvoll.

Pfettenabstand: Bei Trapezblech 50/250 liegen die Pfetten je nach Schneelast 1,5 bis 2,5 m auseinander, bei Faserzement enger (etwa 1,15 m). Größere Abstände sind mit höheren Blechprofilen möglich, sparen Pfetten, kosten aber Blech. Das rechnen wir je Standort durch.

11 · Vom Fundament bis zum First

Antikondensvlies: kleiner Aufpreis, große Wirkung

Warme, feuchte Luft trifft nachts auf kaltes Blech – und tropft. In der Maschinenhalle auf die Technik, im Stall auf die Tiere, im Lager aufs Getreide. Ein Antikondensvlies ist eine dünne Faserschicht auf der Unterseite des Trapezblechs. Sie nimmt das Tauwasser auf und gibt es tagsüber wieder an die Luft ab, statt zu tropfen.

Dafür spricht

  • Kostet wenige Euro je Quadratmeter
  • Schützt Maschinen, Lagergut und Tiere vor Tropfwasser
  • Kein zusätzlicher Aufbau, kein Wartungsaufwand
  • Nachträglich nicht sinnvoll nachrüstbar – also gleich mitbestellen

Zu beachten

  • Ersetzt keine Dämmung
  • Braucht Durchlüftung, damit das Vlies wieder trocknen kann
  • Bei stark feuchter Nutzung (Stall) ist Faserzement oder Sandwich die bessere Lösung

Unsere Empfehlung: Bei jeder ungedämmten Halle mit Trapezblechdach, in der etwas steht, das nicht nass werden soll. Das ist fast jede Halle. Weglassen kann man es bei offenen Unterständen, unter denen ohnehin Außenklima herrscht.

12 · Vom Fundament bis zum First

Licht: Lichtplatten, Lichtfirst, Lichtband und RWA

Tageslicht spart Strom und macht die Halle angenehmer. Es ist aber ein Dachdetail, das bei Statik, Dichtigkeit und Arbeitssicherheit mitgedacht werden muss.

LichtplattenDurchsichtige Platten (GFK oder Polycarbonat) im gleichen Profil wie das Blech. Günstig, einfach zu montieren. Faustregel: 8–12 % der Dachfläche. Vergilben nach 10–15 Jahren.
LichtfirstDurchlaufendes Lichtband am First, oft mit Lüftungsöffnung. Gleichmäßiges Licht von oben plus Kamineffekt für die Lüftung – im Rinderstall die Regel.
Lichtkuppel und RWAPunktuelle Belichtung, zu öffnen. Als Rauch- und Wärmeabzug (RWA) bei Brandschutzauflagen in Gewerbehallen gefordert. Teurer, zusätzlicher Dachdurchbruch.
Lichtband am First und Lichtdreieck im Giebel an einer Mehrzweckhalle in der Eifel: Tageslicht bis in die Hallenmitte, ohne eine Lampe einzuschalten.
Lichtband am First und Lichtdreieck im Giebel an einer Mehrzweckhalle in der Eifel: Tageslicht bis in die Hallenmitte, ohne eine Lampe einzuschalten.

Wann was: Lichtplatten in der Maschinen- und Bergehalle, gleichmäßig über die Fläche verteilt. Lichtfirst im Stall, weil er Licht und Lüftung zugleich bringt. Lichtkuppeln und RWA bei Sandwichdächern und wenn das Brandschutzkonzept Rauchabzug fordert. In der Reithalle Lichtplatten so verteilen, dass kein direktes Sonnenlicht auf die Reitfläche fällt.

Lichtplatten sind nicht durchsturzsicher. Wer später auf dem Dach arbeitet – zur Reinigung, Wartung oder Montage einer PV-Anlage – darf nicht auf Lichtplatten treten. Unterspannung, Schutzgitter oder Laufstege sind nach Betriebssicherheitsverordnung Pflicht für spätere Dacharbeiten. Wir planen das mit, wenn gewünscht.

PV-Anlage geplant? Dann Lichtplatten und Modulflächen früh aufeinander abstimmen. Die Zusatzlast der Module fließt in die Statik ein – nachträglich ist das oft nicht mehr abgedeckt.

13 · Vom Fundament bis zum First

Entwässerung: Rinne, Versickerung, Zisterne

Große Dachflächen erzeugen viel Wasser. Wohin damit, ist im Außenbereich eine echte Planungsfrage – und Teil der Bauvorlagen. Zur Halle gehören bei uns Dachrinnen und Fallrohre. Was danach mit dem Wasser passiert – Versickerung, Zisterne, Rückhaltung, Kanalanschluss – planen Architekt oder Fachplaner und baut das Tiefbauunternehmen. Damit Sie mitreden können, hier die Optionen im Überblick:

  • Versickerung auf dem eigenen Grundstück ist meist die günstigste Lösung, keine laufenden Gebühren. Flächen- oder Muldenversickerung ist in der Regel erlaubnisfrei, ein Sickerschacht oft erlaubnispflichtig.
  • Zisterne liefert Tränke-, Reinigungs- oder Beregnungswasser und kann gleichzeitig als Löschwasserreserve und Rückhaltevolumen dienen. Ein Behälter, drei Aufgaben – bei Landwirten sehr beliebt.
  • Kanalanschluss kommt im Außenbereich selten vor und bringt Gebühren nach versiegelter Fläche mit sich.
  • Rinne weglassen ist bei offenen Feldscheunen mit Kiesstreifen möglich, wenn das Wasser nicht zum Nachbarn läuft. Bei Hofhallen mit befestigtem Umfeld gehört die Rinne dazu.

Silagesickersaft, Mistlagerflächen und Waschplätze dürfen niemals versickert werden – hier gelten eigene Regeln (JGS-Anlagen, Abscheider). Sagen Sie Ihrem Planer, was neben der Halle passiert, damit das Entwässerungskonzept dazu passt. Mehr dazu im Kapitel Baugenehmigung.

Hinweis zu den Angaben auf dieser Seite. Alle Informationen geben unsere Erfahrung aus dem Hallenbau allgemein wieder und sind ohne Gewähr. Preise und Kostenangaben sind unverbindliche Richtwerte, keine Angebote. Die Texte ersetzen keine Beratung im Einzelfall, keine rechtliche Beratung und keine Prüfung durch die zuständige Behörde. Maßgeblich sind immer die Vorschriften am Standort und die Statik für Ihr konkretes Vorhaben. Unser Leistungsumfang: Statik, Bauantrag im vereinfachten Verfahren, Bau- und Betonpläne, Lageplan auf Basis Ihres Katasterauszugs, Fertigung und Montage der Stahlhalle. Erd-, Beton-, Entwässerungs- und Elektroarbeiten sowie Fachplanungen übernehmen andere Gewerke bzw. Architekt oder Fachplaner.

Fragen bleiben offen?

Jede Halle ist ein Einzelfall. Lassen Sie uns darüber sprechen.

Schildern Sie uns Ihr Vorhaben, wir sortieren gemeinsam die Optionen – ehrlich und ohne Verkaufsdruck.

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